Zum zweiten Mal in Folge hat Raman El Atiaoui auch in diesem Jahr den Fotograf des Jahres Award gewonnen. Mit 20 Awards bildet er nun die Spitze der Top 10 Fotografen. Im Interview gibt der gebürtige Frankfurter interessante Einblicke in seine Arbeit sowie wertvolle Tipps für Jungfotografen und Brautpaare.



1. Raman, was bedeutet es für dich, zum zweiten Mal den Fotograf des Jahres Award zu gewinnen?

 

Es bedeutet mir sehr viel! Es einmal zu gewinnen ist machbar, aber den Titel zu verteidigen, war für mich noch viel interessanter. Wie lautet das Sprichwort: Es ist leichter nach oben zu kommen, als oben zu bleiben.

 

Das erste Mal hat mir schon sehr viel bedeutet. Und da es dieses Mal sogar mehr Teilnehmer gab, nahm ich die Herausforderung an, diesen Platz zu verfechten. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben und ich habe es geschafft. Umso mehr freue ich mich dieses Mal.

 2. Welches ist dein Lieblingsfoto aus deinen ausgezeichneten Bildern? Und warum?

 

Jedes Foto ist einzigartig! Mir ist es grundsätzlich sehr wichtig, dass ich ein breites Spektrum abdecke. Das ist auch der Grund, warum ich nicht nur Portraits einreiche. Das eine Bild ist von Kreativität geprägt, das andere voller Emotionen und ein wieder anderes ist total Old School.

 

Bei der Vielfalt ist alles vertreten, sodass man sie eigentlich gar nicht vergleichen kann. Ehrlich gesagt kann ich mich dabei gar nicht entscheiden.

 

 

 

3. Warum machst du bei den Masters of German Wedding Photography mit?

 

Für mich sind die Wettbewerbe eine tolle Weiterbildungsmöglichkeit. Bei jeder Teilnahme kann man sich immer um ein oder zwei Stufen verbessern. Es entstehen viel bessere Bilder, wenn man beim Fotografieren an sie denkt.

 

Das ist auch der Grund, warum ich mir die Herausforderung gesetzt habe, bei jeder Hochzeit ein oder zwei Bilder zu schießen, die bei einen Award gewinnen könnten. Die Bilder, die bisher einen Wettbewerb gewonnen haben, haben bestimmte Schlüsselelemente, die sie ausmachen. Wenn man diese erkennen kann, dann ist man in der Lage Bilder zu fotografieren, die noch ein Stückchen besser sind, als die anderen.

 

Dieses Verständnis entwickelt sich aber erst mit der Zeit und der Anzahl der Wettbewerbsteilnahmen. Das ist der Grund, warum ich davon überzeugt bin, dass Fotografen in der Hochzeitsbranche im Jahr an mindestens einem, besser an zwei Wettbewerben teilnehmen sollten.

 

Die Aufstellung der Juroren bei den Masters of German Wedding Photography besteht nur aus hochkarätigen, international erfolgreichen Fotografen. Diese verstehen sich auf ihr Handwerk. Da freue ich mich noch mehr, wenn ich bei ihnen ein Award für meine Fotos gewinne.

 

4. Wie würdest du die Hochzeitsfotografie in Deutschland beschreiben? Meinst du die Hochzeitsfotografie hat sich in den letzten Jahren verändert?

 

Sie hat sich durchaus verbessert. Das haben wir auch den Masters of German Wedding Photography zu verdanken. Eine atemberaubende Hochzeit lässt leider nicht direkt auf atemberaubende Bilder schließen. Durch die Wettbewerbe erhält man ein besseres Bewusstsein für das Schießen der Bilder.

 

Früher ist man immer gleich vorgegangen: Es wurden ein paar Standardbilder gemacht, Impressionen fotografiert, aber mehr nicht. Man hat nichts Neues ausprobiert. Die Awards ändern das. Durch sie kann man so viel lernen und bekommt Inspirationen.

Ich rede nicht davon Bilder zu kopieren. Das zeugt von Respektlosigkeit und mangelnder Kreativität. Nein, die Bilder dienen zum Dazulernen. Ein Foto, welches den eigenen Stil widerspiegelt, ist doch auch gleich viel wertvoller.

 

Die Wettbewerbe bieten einem die Möglichkeit die eigenen Bilder aus einer anderen Perspektive zu überdenken. Man versteht immer besser, weshalb ein Foto einen Award bekommen hat und welches Bild das Potential dafür hätte.

 

 

 

5. Früher haben Brautpaare eher nur ein Shooting für ein paar Stunden gebucht, heute sind eher ganztägige Hochzeitsreportagen üblich. Warum ist das so?

 

In der Vergangenheit wurden immer dieselben Bilder geschossen. Es gab die typischen Portraitbilder aus den Fotostudios und Rosengärten. In den USA begann man schließlich statt den einzelnen Bildern den ganzen Tag festzuhalten. Das hatte sich mittlerweile auch bei uns ausgebreitet.

 

Jetzt ist der Fotograf überall mit dabei: Bei der Trauung und der Feier. Neben einem Brautpaarshooting im Freien werden auch Gruppenfotos und weiteres gewünscht. Damals war es unbekannt, welche Vielfalt geboten werden kann. Manche wissen es auch heute noch nicht. Doch mittels der Blogs und Facebook wird vermehrt bekannt, was in der Hochzeitsfotografie möglich ist. Und die Kreativität nimmt zu.

 

6. Was gefällt dir am meisten an der Hochzeitsfotografie?

 

Mir gefällt die Abwechslung, die sie bietet. Durch sie lassen sich zwei Welten verbinden: Kunst und Journalismus. Man hält unvergessliche Momente und Gefühle fest und kann diese dem Brautpaar überreichen. Man darf Teil ihres großen Tages sein und sie mit den festgehaltenen Bildern berühren.

 

7. Welche Tipps würdest du einem Anfänger in der Hochzeitsfotografie geben?

 

Man darf den Druck nicht unterschätzen. Es heißt ja, dass es überall die netten, aber auch schwierigen Kunden gibt. Bei der Hochzeit ist allerdings der Unterschied, dass es hier nur einen Versuch gibt. Wenn es zu einem Problem oder gar Fehler des Fotografen kommt, ist das für das Brautpaar dementsprechend gravierend. Der Tag lässt sich schließlich nicht rückgängig machen.

 

Er soll zudem auf keinen Fall mit Fotos werben, die nicht auf echten Hochzeiten unter echten Bedingungen entstanden sind. Selbstverständlich entstehen auf Workshops großartige Bilder. Allerdings kann der Jungfotograf diese nicht ohne Anleitung, massenhaft Zeit und professionelle Models reproduzieren. Dessen sind sich aber die Brautpaare nicht bewusst und sind im Nachhinein enttäuscht.

 

Darum wirbt man nur mit eigenen Fotos von realen Hochzeiten. Am besten erstellt ihr einen Blog, falls ihr noch keinen habt, und postet dort die Bilder der vollständigen Hochzeiten. Je Hochzeit sind mindestens 50 Fotos angebracht. Daran lässt sich die Qualität des Fotografen erkennen.

 

 

8. Was sollten Brautpaare bedenken, wenn sie einen Hochzeitsfotografen auswählen?

 

Auf ein Kennenlerngespräch sollten sie auf keinen Fall verzichten. Sollte es aus irgendeinem Grund nicht persönlich gehen, sollte wenigstens ein Gespräch per Skype arrangiert werden. Darüber können sie erkennen, ob der Fotograf zu ihnen passt oder nicht.

 

Auch der Preis spielt eine bedeutende Rolle. Darum ist es gut, wenn sie erst die Preisliste anfragen, bevor sie ein Gespräch planen. Dadurch ist eine Absage für beide Seiten weniger unangenehm. Ich persönlich sehe eine Absage aber auch gleichzeitig als Ansporn, meine Dienstleistung zu überprüfen und zu verbessern. So stelle ich sicher, dass ich weiterhin auf dem obersten Level bleibe.

 

Ein weiteres Kriterium bei der Entscheidung sind natürlich auch die Bilder. Darum sollten die Brautpaare sich die Blogeinträge genau anschauen. Hierbei rede ich aber nicht von fünf Bildern pro Hochzeit oder gar Einzelfotos. Es ist wichtig, dass sie ganze Hochzeiten anschauen. So lässt sich überprüfen, ob der Fotograf kontinuierlich gute Bilder fotografieren kann.

 

Wenn kein Blog vorhanden ist oder nur zehn Fotos je Hochzeit gezeigt werden, sollte man nochmal genauer hinschauen. Pro Hochzeit wären minimum 50 Bilder angebracht. Schließlich will man die Fotos doch zeigen, wenn sie einem gelungen sind. Zudem sollte das Brautpaar lieber nochmal genauer hinschauen, wenn die Preise zu günstig sind.

 

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